Berechne zuerst deinen echten Mindestsatz
Bevor du ein Angebot schreibst, rechne aus, was du zum Leben verdienen musst. Addiere deine monatlichen Kosten — Miete, Essen, Versicherungen, Tools, Steuern, Rücklagen — und teile sie durch deine realistischen abrechenbaren Stunden (die meisten Freelancer stellen 60 bis 100 Stunden pro Monat in Rechnung, keine 160). Diese Zahl ist deine Untergrenze. Nimm niemals Projekte darunter an, denn Arbeit unter dem Minimum führt dich langsam in den Ruin.
Stundensatz oder wertbasierte Preise?
Der Stundensatz ist einfach, bestraft dich aber dafür, schneller zu werden: Je effizienter du arbeitest, desto weniger verdienst du pro Projekt. Wertbasierte Preise drehen den Spieß um — du berechnest nach dem Ergebnis für den Kunden, etwa einer Verkaufsseite, die tausende Euro einbringen kann. Nutze Stunden für offene Aufgaben wie Beratung und feste, wertbasierte Preise für klar definierte Projekte.
Biete drei Pakete an
Kunden entscheiden schneller, wenn sie vergleichen können. Baue drei Pakete — Basic, Standard, Premium — wobei das mittlere dein bestes Angebot ist. Jede Stufe muss genau auflisten, was enthalten ist, die Lieferzeit und die Anzahl der Korrekturrunden. Die meisten Kunden wählen das mittlere Paket, also setze dessen Preis so, dass du genau dieses verkaufen willst.
Preise erhöhen, ohne Kunden zu verlieren
Erhöhe deine Preise mindestens einmal im Jahr — allein durch die Inflation ist Stillstand schon eine Gehaltskürzung. Informiere Bestandskunden 30 Tage vorher, kurz und selbstbewusst, und erwäge, deinen besten Stammkunden einen Abrechnungszyklus lang den alten Preis zu lassen. Neukunden müssen immer den neuen Preis sehen. Du verlierst ein paar Schnäppchenjäger und gewinnst Kunden, die Expertise schätzen.
Schütze dich: Vertrag und Anzahlung
Eine einseitige Vereinbarung verhindert die meisten Zahlungsstreitigkeiten. Sie sollte Umfang, Preis, Zeitplan, Korrekturlimit und Zahlungsbedingungen festhalten. Verlange immer eine Anzahlung von 30 bis 50 % vor Beginn — ein Kunde, der im Voraus zahlt, nimmt das Projekt ernst, und du arbeitest nie wochenlang umsonst. Füge eine Klausel für Verzugszinsen hinzu.
Überprüfe deine Preise jedes Jahr
Preisfindung ist eine Gewohnheit, keine einmalige Entscheidung. Schau dir einmal im Jahr deine Abschlussquote an: Sagt jeder sofort zu, sind deine Preise zu niedrig; gewinnst du weniger als ein Drittel deiner Angebote, sind sie zu hoch oder schlecht präsentiert. Freelancer, die ihre Sätze jährlich prüfen, verdienen deutlich mehr als solche, die einmal festlegen und vergessen.
Verlange deine Preise mit Selbstbewusstsein, schütze deine Zeit mit klaren Bedingungen und prüfe deine Zahlen regelmäßig. Die Freelancer, die 2026 erfolgreich sind, sind nicht die billigsten — sie kalkulieren wie Profis und liefern wie Partner.