Ihre Telefonnummer, Adresse und alte Fotos kursieren womöglich auf Websites, die Sie nie besucht haben. Datenhändler sammeln und verkaufen solche persönlichen Informationen. Spuren vollständig zu löschen ist unmöglich – doch mit systematischen Schritten können Sie sie drastisch reduzieren.

Starten Sie mit der Google-Suche nach sich selbst

Suchen Sie Ihren vollen Namen, Telefonnummer und E-Mail – im Inkognito-Modus für unverfälschte Ergebnisse. Notieren Sie jede Website mit Ihren Daten. Suchen Sie auch Namensvarianten und Spitznamen, denn Datenhändler speichern oft mehrere Versionen. Wiederholen Sie das alle paar Monate – neue Daten können jederzeit auftauchen.

Opt-out-Anträge bei Datenhändlern stellen

Die meisten Datenhändler müssen Opt-out- oder Löschformulare anbieten – meist versteckt unten auf der Seite unter „Privacy“ oder „Do Not Sell My Info“. Arbeiten Sie die Formulare einzeln ab; mühsam, aber kostenlos. Zahlen Sie niemals für die Löschung Ihrer Daten – das ist eine gängige Falle.

Social-Media-Privatsphäre härten

Stellen Sie Profile auf privat, begrenzen Sie Fotomarkierungen, löschen Sie alte Posts mit Adresse, Telefonnummer oder Reiseplänen. Prüfen Sie verknüpfte Drittanbieter-Apps und entziehen Sie Unbekannten den Zugriff. Deaktivieren Sie Standort-Tags (Geotagging) bei Fotos, damit Ihr Zuhause nicht öffentlich erkennbar ist.

Realistische Grenzen akzeptieren

Bereits archivierte Webseiten, öffentliche Behördenregister und Screenshots Dritter lassen sich praktisch nicht löschen. Konzentrieren Sie sich aufs Machbare: Teilen Sie künftig weniger Daten. Überlegen Sie zweimal vor jedem Online-Formular – Daten, die Sie nie preisgeben, müssen nie gelöscht werden.

Digitale Hygiene ist ein Marathon, kein Sprint. Nehmen Sie sich einen Nachmittag für den Start und prüfen Sie regelmäßig nach – Ihre Privatsphäre ist es wert.